Micron Document
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<title>Isar-Plan</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Isar-Plan</span></h1>
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<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Der <b>Isar-Plan</b> ist ein abgeschlossenes Projekt zur <a href="Renaturierung" title="Renaturierung">Renaturierung</a> der <a href="Isar" title="Isar">Isar</a> in <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a>. Von 2000 bis 2011 wurde die Flusslandschaft der Isar in dem acht Kilometer langen Abschnitt im Bereich zwischen <a href="Gro%C3%9Fhesseloher_Br%C3%BCcke" title="Großhesseloher Brücke">Großhesseloher Brücke</a> und <a href="Deutsches_Museum" title="Deutsches Museum">Deutschem Museum</a> unter dem Motto <i>„Neues Leben für die Isar“</i> mit großem Aufwand naturnah gestaltet.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Zuge der Maßnahme wurde der Hochwasserschutz verbessert, die Flussufer beidseitig naturnäher gestaltet und der innerstädtische Freizeitwert spürbar erhöht.
</p>


<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ausgangslage">Ausgangslage</h2></div>
<p>Die Isar durchzieht die Stadt München auf einer Länge von knapp 14&nbsp;km zwischen dem Wehr <a href="Gro%C3%9Fhesselohe" title="Großhesselohe">Großhesselohe</a> im Süden und dem <a href="Stauwehr_Oberf%C3%B6hring" title="Stauwehr Oberföhring">Oberföhringer Wehr</a> im Norden. Bis Anfang des 19.&nbsp;Jahrhunderts mäanderte die Isar in einem mehrere hundert Meter breiten Flussbett östlich der Stadt entlang.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Kiesbänke, Inseln, verzweigte Flussarme und Bäche prägten das Landschaftsbild. Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts stellte die Isar im Münchner Stadtgebiet eine intakte alpine Flusslandschaft dar.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Der_gebändigte_Fluss"><span id="Der_geb.C3.A4ndigte_Fluss"></span>Der gebändigte Fluss</h2></div>
<p>Anfang des 19.&nbsp;Jahrhunderts wurde damit begonnen, die Ufer zu befestigen und den Fluss teilweise zu kanalisieren. Wehre, Ufermauern und ein eingeengtes Flussbett sollten die Gefahr eines Hochwassers für die angrenzenden Stadtteile eindämmen. Weitere Regulierungsmaßnahmen waren nötig, als Anfang des 20.&nbsp;Jahrhunderts die ersten Wasserkraftwerke ans Netz gingen. Der systematische Ausbau des Flussbettes ab Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts und die Nutzung der Wasserkraft in den Kraftwerken des Anfang des 20.&nbsp;Jahrhunderts angelegten <a href="Isar-Werkkanal" title="Isar-Werkkanal">Isar-Werkkanals</a> gaben der Entwicklung Münchens einen kräftigen Schub. Die Isar floss in der Folge in einem festgelegten, linearen Bett von circa 150&nbsp;m Breite dahin, eingegrenzt von Hochwasserwiesen und Hochwasserdeichen. Die Folgen waren erhöhte Fließgeschwindigkeiten und erhebliche Nachteile für Pflanzen und Tiere. Der Fluss war gebändigt, beidseitig in Kaimauern eingezwängt, die Münchner schätzten die technischen Errungenschaften. Sie konnten nahe an den Fluss heranbauen. Doch der Isar fehlte Platz, sich auszubreiten. Das hatte negative Folgen bei Hochwasser: Der Fluss trat früher und öfter über die Ufer, es fehlten die Ausgleichsflächen an den Ufern, bei Hochwasser gab es keinen Puffer für die Wassermassen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Erste_Pläne"><span id="Erste_Pl.C3.A4ne"></span>Erste Pläne</h2></div>
<p>Erste Pläne, die Isar im Stadtgebiet in einigen Abschnitten aus ihrem Korsett aus befestigten Ufern zu befreien und zu renaturieren, entstanden im Zuge der Umweltbewegung in den 1980er Jahren. Die begradigten und einbetonierten Flussstrecken entsprachen nicht mehr den ökologisch geprägten Vorstellungen. 1988 beschloss der <a href="M%C3%BCnchner_Stadtrat" title="Münchner Stadtrat">Münchner Stadtrat</a> eine naturnahe Umgestaltung der Isar. Eingebunden in die Vorbereitung in dieses Vorhaben waren Bürgerschaft, Verbände, Ministerien und politische Gremien.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gemeinschaftswerk_von_Stadt_und_Land">Gemeinschaftswerk von Stadt und Land</h2></div>
<p>Im Jahre 1995 riefen die Landeshauptstadt München und der Freistaat Bayern die Arbeitsgruppe Isar-Plan ins Leben. Beteiligt waren Vertreter des staatlichen Wasserwirtschaftsamts München sowie des Baureferats, des Planungsreferats und des Referats für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München. Die Zielvorgabe lautete: Besserer Schutz vor Hochwasser, mehr Raum und Naturnähe für die Flusslandschaft und höhere Qualität für Freizeit und Erholung. Das Projekt umfasst die 8&nbsp;km lange Flussstrecke vom Großhesseloher Wehr bis zum Deutschen Museum. Der Isar-Plan wurde zum Gemeinschaftsprojekt des Freistaats Bayern und der Landeshauptstadt. Federführend war der Freistaat, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt München. Mit dem Grundsatzbeschluss des Münchner Stadtrats vom 23. Februar 2000 wurde das Baureferat mit der Bauherrschaft für die Stadt beauftragt.
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-packed">
<li class="gallerycaption">Sechs Stationen der Isar-Renaturierung</li>
<li class="gallerybox" style="width: 162px">
<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Thalkirchener Brücke</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 162px">
<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">..über <a href="Flauchersteg" title="Flauchersteg">Flauchersteg</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 162px">
<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">...Brudermühlbrücke</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 92px">
<div class="thumb" style="width: 90px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Braunauer_Eisenbahnbr%C3%BCcke" title="Braunauer Eisenbahnbrücke">Braunauer Eisenbahnbrücke</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 162px">
<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">..zur <a href="Weideninsel" title="Weideninsel">Weideninsel</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 162px">
<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Kleine Isar am Deutschen Museum</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Natur_am_Fluss">Natur am Fluss</h2></div>
<p>Im Rahmen der Renaturierung wurde das Flussbett erweitert, und die Hochwasserdeiche wurden instand gesetzt. Die steinernen Ufer sind flachen, teilweise terrassenförmigen, begehbaren Ufern gewichen. Unter der Wasserlinie baute man Störsteine und Steingruppen ein. Durch diese entstanden vielfältige Strömungen mit hohen Fließgeschwindigkeiten im Wechsel mit Strömungsschatten als Ruhezonen für die Fische. Zusätzlich wurde an geeigneten Stellen Totholz eingebaut. Es entstanden Kiesflächen und natürliche Uferformationen mit vielen Erholungsmöglichkeiten sowie interessante Sichtbeziehungen zum Fluss. Eine ausreichende Wasserführung und -qualität verbesserte den Lebensraum von Fauna und Flora. Die Isar kann wieder mäandern, bei jedem Hochwasser ihre Ufer und Kiese umverlagern. Isartypische Pflanzen- und Tierarten haben wieder die Chance, sich anzusiedeln.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hochwasserschutz">Hochwasserschutz</h2></div>
<p>Beim Schutz vor Hochwasser spielen die Hochwasserdeiche eine maßgebliche Rolle. Dabei ist wichtig, wie viel Wasser abfließt. Am Isar-Pegel in München beträgt der Abfluss maximal 1.100&nbsp;m³/s. Bei diesem Abfluss muss der <a href="Freibord_(Wasserwirtschaft)" title="Freibord (Wasserwirtschaft)">Freibord</a> mindestens 1,0&nbsp;m betragen. Um einen besseren <a href="Hochwasserschutz" title="Hochwasserschutz">Hochwasserschutz</a> zu erreichen, wurde im Rahmen des Isar-Plans das Gewässerbett großzügig aufgeweitet, und die Deichkronen wurden geringfügig erhöht. Um den wertvollen Baumbestand beiderseits der Deiche zu schützen, wurden Erdbetonwände bzw. Vordeiche eingebaut. Es entstanden flache Ufer, vorgelagerte <a href="Kiesbank" class="mw-redirect" title="Kiesbank">Kiesbänke</a> und Kiesinseln aus Steinblöcken. Die dazwischenliegenden Becken und flache Rampen vermitteln einen naturnahen Eindruck. Damit sich der Fluss bei Hochwassern und beim Mäandern nicht in die Grünflächen eingräbt, wurden im flachen Hochwasserbett sogenannte schlafende Sicherungen aus Wasserbausteinen eingebracht. Auch im letzten Bauabschnitt bis zum Deutschen Museum wurde das Flussbett der Isar aufgeweitet. Dabei wurde das Ostufer grundlegend neu gestaltet, die Ufersituation am Westufer blieb erhalten. Im Zuge dieser für den Hochwasserschutz erforderlichen Aufweitung des Flussbettes wurde die alte Ufersicherung entfernt sowie Kiesbänke und Kiesinseln neu angelegt. Seine erste große Bewährungsprobe bestand der Isar-Plan noch während der Bauphase im August 2005, als <a href="Alpenhochwasser_2005" title="Alpenhochwasser 2005">ein annähernd hundertjährliches Hochwasser</a> den Fluss bis zu den Deichkronen anschwellen ließ. Das erste große Hochwasser nach Abschluss der Renaturierung war Anfang Juni 2013.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Isar konnte die Wassermassen gut verkraften. „Man hat die Badewanne größer gemacht“, sagte ein Sprecher des Wasserwirtschaftsamtes München; das renaturierte Flussbett konnte mehr Wasser aufnehmen. Nach dem Abklingen des Hochwassers zeigte sich, dass die Isar den Flusslauf an einigen Stellen verändert hatte, was allerdings von den Wasserbauern einkalkuliert war.
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-packed">
<li class="gallerycaption">Naturnahe Flussbautechnik</li>
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<div class="thumb" style="width: 90px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Natursteinufer</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 92px">
<div class="thumb" style="width: 90px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Brücke aus Lärchenholz</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 162px">
<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Terrasse aus Naturstein</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 92px">
<div class="thumb" style="width: 90px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Totholz und Steine</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Mäandernder Flusslauf</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 180px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Öko-Sohlrampe</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sauberes_Wasser">Sauberes Wasser</h2></div>
<p>Von Anfang an war auch die Sauberkeit des Isarwasser Ziel des Isar-Plans. Im Bemühen um eine Umsetzung der <a href="Wasserrahmenrichtlinie" class="mw-redirect" title="Wasserrahmenrichtlinie">Wasserrahmenrichtlinie</a> der <a href="Europ%C3%A4ische_Union" title="Europäische Union">Europäischen Union</a> war ein wesentlicher Aspekt, eine hygienisch saubere Isar zu erlangen. Möglich war dies nur durch eine Verbesserung der Abwassersituation im Isar-Oberlauf. Alle kommunalen <a href="Kl%C3%A4ranlage" title="Kläranlage">Kläranlagen</a> oberhalb Münchens an Isar und Loisach, aber auch die Münchner Kläranlagen wurden mit bakteriologischen Reinigungsstufen mittels UV-Bestrahlung ausgestattet. Vorteilhaft für die Wasserqualität und die ökologischen Verhältnisse im Fluss ist auch die Mindestwasserführung in der Isar. Die Stadtwerke München verpflichteten sich im Rahmen des Isar-Plans vertraglich in der Ausleitungsstrecke der Isar im Jahresdurchschnitt zu einer Wasserführung von mindestens 12&nbsp;m³/s statt der früheren 5&nbsp;m³/s. Die Badegewässerqualität der Isar im Einzugsbereich von München ist einmalig in ganz Europa.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Umweltreferat der Stadt München hat für den größten Teil der renaturierten Isar Badeerlaubnis erteilt, und zwar für den Bereich zwischen <a href="Flaucher" title="Flaucher">Flaucher</a> und der südlichen Stadtgrenze. Explizit ist Baden ebenso erlaubt zwischen <a href="Wittelsbacherbr%C3%BCcke" title="Wittelsbacherbrücke">Wittelsbacherbrücke</a> und <a href="Reichenbachbr%C3%BCcke" title="Reichenbachbrücke">Reichenbachbrücke</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Freizeitparadies">Freizeitparadies</h2></div>
<p>Der Isar-Plan hat München und den Münchnern ein Erholungsgebiet mit hoher Qualität beschert. Die Uferflächen bieten Raum für Erholung, Sport und Spiel. Kleinere Grünflächen werden regelmäßig gemäht. Volleyball und Fußball werden dort gespielt. An sonnigen Wochenenden zieht es die Münchner in Scharen an die Isar, sie flanieren an den Ufern und sie lagern und spielen auf den Kiesbänken. Die Pfeiler der <a href="Bruderm%C3%BChlbr%C3%BCcke" title="Brudermühlbrücke">Brudermühlbrücke</a> sind Arbeitsfläche junger Künstler(gruppen), die dort in Kooperation mit dem Kulturreferat der Stadt ein- bis zweimal jährlich Graffiti anbringen. Seit Juni 2011 kann die Isar auf der gesamten Strecke in ihrer neuen Vielfalt zwischen Großhesseloher Wehr und dem Deutschen Museum erlebt werden.
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-packed">
<li class="gallerycaption">Naherholung an der Isar</li>
<li class="gallerybox" style="width: 92px">
<div class="thumb" style="width: 90px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Sitzterrasse</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 90px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Inselspaß</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Mittagspause</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 90px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Radl am Steg</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Isar, verbaute Steine</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 90px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Neue Weiden</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Konflikte">Konflikte</h2></div>
<p>Die drei Projektziele Hochwasserschutz, Renaturierung und Freizeitnutzung waren nicht immer ohne Probleme zu vereinbaren. Hinzu kamen Kontroversen darüber, nach welchem Leitbild die Flusslandschaft in der Stadt entwickelt werden sollte. Der <a href="Architektenwettbewerb" class="mw-redirect" title="Architektenwettbewerb">Wettbewerb</a> der Landschaftsarchitekten für den Abschnitt zwischen Braunauer Eisenbahnbrücke und Deutschem Museum erbrachte zwei Preisträger mit radikal unterschiedlichen Entwürfen. Der erste Preisträger, das Büro Irene Burckhardt, setzte auf einen urbanen Fluss. Beton sollte sichtbar sein, und die Führung des Hauptflusses und eines Nebenarms gestalten. Ziel war, die Gestaltung als bauliche Maßnahme und den Fluss als Menschenwerk erkennbar zu machen.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Zweitplatzierten, das Büro Winfried Jerney, nahm sich den <a href="Wildfluss" title="Wildfluss">Wildfluss</a>­charakter am Flaucher zum Vorbild und ging auf die große Wertschätzung dieses Landschaftsbildes in der Bevölkerung ein. Sein Entwurf bekam in der Debatte die Bezeichnung <i>naturnah</i>.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bürger und die <a href="Bezirksausschuss" title="Bezirksausschuss">Bezirksausschüsse</a> sprachen sich eindeutig dafür aus, den zweiten Preis zu verwirklichen. Nach einer umfangreichen Diskussion in den Jahren um 2004 wurde der überarbeitete Entwurf des Zweitplatzierten zur Grundlage der Umsetzung.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Renaturierte_Isar">Renaturierte Isar</h2></div>
<p>Seit Juni 2011 ist die Isar zwischen Großhesseloher Wehr und dem Deutschen Museum in ihrer neuen, natürlichen Vielfalt erlebbar. Der voralpine Wildfluss Isar zeigt heute seine Herkunft wieder und erledigt die wichtigste Aufgabe selbst&nbsp;– er formt sich sein Flussbett im Laufe der Zeit eigenständig. Im letzten Bauabschnitt zwischen Wittelsbacher Brücke und Deutschem Museum wurde der Fluss aufgeteilt in Haupt- und Seitenarme. Zwischen Wittelsbacherbrücke und Reichenbachbrücke entstand eine 1500 Quadratmeter große mit Weiden bewachsene Insel, die sogenannte <a href="Weideninsel" title="Weideninsel">Weideninsel</a>, ein wertvolles Biotop für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die neuen Seitenarme bieten hervorragende Bedingungen für Fischfauna und <a href="Makrozoobenthos" title="Makrozoobenthos">Makrozoobenthos</a>. Flachwasserzonen, Kieslückensysteme und strömungsberuhigte Bereiche bieten wertvolle vielgestaltige Lebensräume.
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-packed">
<li class="gallerycaption">Natürliche Vegetation</li>
<li class="gallerybox" style="width: 162px">
<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Silber-Weide" title="Silber-Weide">Silber-Weide</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 92px">
<div class="thumb" style="width: 90px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">100 Jahre alt</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 92px">
<div class="thumb" style="width: 90px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Gew%C3%B6hnlicher_Wasserdost" title="Gewöhnlicher Wasserdost">Gewöhnlicher Wasserdost</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 162px">
<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Flockenblumen" title="Flockenblumen">Flockenblume</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 162px">
<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Gew%C3%B6hnliche_Waldrebe" title="Gewöhnliche Waldrebe">Gewöhnliche Waldrebe</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 92px">
<div class="thumb" style="width: 90px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Dornige_Hauhechel" title="Dornige Hauhechel">Dornige Hauhechel</a></div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_neue_Isar">Die neue Isar</h2></div>
<p>Die Isar ist wieder zum naturnahen Fluss geworden, dem man seine alpine Herkunft ansieht.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das kanalisierte Flussbett ist weitgehend verschwunden, die Ufer sind abgeflacht und naturnah umgestaltet. Kiesbänke, flache Ufer und kleine Inseln, Flachwasserzonen und Gumpen, Stromschnellen und ruhige Wasser wechseln sich ab. Der Baumbestand auf den Isardeichen hat die Jahre dauernden Baumaßnahmen mit Großmaschinen gut überlebt und ist langfristig gesichert. In einigen Bereichen steigen die Flachufer terrassenartig an. Die Isar kann sich in den neuen stark ausgeweiteten Grenzen wieder frei bewegen. Es kann mehr Wasser abfließen durch die Ausweitung und Tieferlegung der Hochwasserwiesen, und der naturnah geformte Fluss bietet mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Der_Isar-Plan_in_Zahlen">Der Isar-Plan in Zahlen</h2></div>
<table class="wikitable">

<tbody><tr>
<th>Länge
</th>
<td>8&nbsp;Kilometer
</td></tr>
<tr>
<th>Bauzeit
</th>
<td>Februar 2000 bis Juni 2011
</td></tr>
<tr>
<th>Aushub
</th>
<td>1,3&nbsp;Mio. Tonnen Erdreich
</td></tr>
<tr>
<th>Kiesbewegungen
</th>
<td>290000 m³ umgelagert
</td></tr>
<tr>
<th>Sohlrampen
</th>
<td>24 Stück neu und umgebaut
</td></tr>
<tr>
<th>Wasserbausteine
</th>
<td>ca. 385&nbsp;t eingebaut
</td></tr>
<tr>
<th>Kosten
</th>
<td>35&nbsp;Mio. Euro
</td></tr></tbody></table>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Auszeichnungen">Auszeichnungen</h2></div>
<p>Die <a href="Deutsche_Vereinigung_f%C3%BCr_Wasserwirtschaft%2C_Abwasser_und_Abfall" title="Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall">Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA)</a> hat 2007 erstmals den DWA-Gewässerentwicklungspreis für vorbildlich durchgeführte Maßnahmen zur Erhaltung, naturnahen Gestaltung und Entwicklung von Gewässern im urbanen Bereich verliehen. Die ersten –&nbsp;gemeinsamen&nbsp;– Preisträger sind das Wasserwirtschaftsamt München und die Landeshauptstadt München für das Projekt Isar-Plan.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Ralf_Sartori" title="Ralf Sartori">Ralf Sartori</a>: <i>Die neue Isar – Renaturierung, kulturelle Öffnung und Ideen-Fluss …</i> Band I, Buch &amp; Media, München 2010, ISBN 978-3-86520-381-6.</li>
<li>Ralf Sartori: <i>Die neue Isar – Renaturierung, kulturelle Öffnung und Ideen-Fluss …</i> Band II, Buch &amp; Media, München 2011, ISBN 978-3-86520-390-8.</li>
<li><a href="Peter_Klimesch" title="Peter Klimesch">Peter Klimesch</a>: <i>Isarlust – Entdeckungen in München, Die renaturierte Münchner Isar.</i> <a href="M%C3%BCnchenVerlag" title="MünchenVerlag">MünchenVerlag</a>, München 2011, ISBN 978-3-937090-47-4.</li>
<li>Julia Düchs: <i>Wann wird's an der Isar wieder schön? Die Renaturierung der Isar in München – Über das Verständnis von Natur in der Großstadt.</i> Münchner ethnographische Schriften Band 16. Herbert Utz Verlag 2014, ISBN 978-3-8316-4276-2</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.glockenbacher.de/isarplan.html">glockenbacher.de</a> Fotoreihe über die Umbauphase</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.camworks.de/neues-leben-fuer-die-isar.html">TV-Beitrag über die Renaturierung der Isar</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=GpfaWMqoJxw">Zeitraffer der Landeshauptstadt München</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.wwa-m.bayern.de/fluesse_seen/massnahmen/isarplan/index.htm">Isar-Plan von Wasserwirtschaftsamt München, abgerufen am 24. Juli 2014</a></span>
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<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.wwa-m.bayern.de/fluesse_seen/massnahmen/isarplan/index.htm#hg">Isar-Plan, Hintergrund: Vom Wildfluss zum Kulturfluss, abgerufen am 24. Juli 2014</a></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Die Isar bleibt zahm.</i> In: <i>Süddeutsche Zeitung.</i> 3. Juni 2013.</span>
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<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/baden-in-der-isar-zurueck-zur-natur-1.1101645"><i>Baden in der Isar.</i></a> In: <i>Süddeutsche Zeitung.</i> 25. November 2011, abgerufen am 24. Juli 2014.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Düchs 2014, S. 37</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Düchs 2014, S. 38</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Düchs 2014, S. 38–40</span>
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<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.wwa-m.bayern.de/fluesse_seen/massnahmen/isarplan/index.htm#fina">Isar-Plan, das Finale, abgerufen am 24. Juli 2014</a></span>
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